Teamentwicklung einmal anders- die Wirkung von Kunst in Teamprozessen

In einer Zeit, in der Teamarbeit und kreative Lösungsansätze von entscheidender Bedeutung sind, bietet der Einsatz von Kunst in der Teamentwicklung eine einzigartige Möglichkeit, Teambeziehungen zu stärken und die Zusammenarbeit zu verbessern. Die Arbeit mit Ton ist nur ein Beispiel für die vielen kreativen Ansätze, die Organisationen in ihre Teamentwicklungsstrategien integrieren können.

Wie dies gelingen kann, beschreibe ich in diesem Praxisbericht über eine Teamentwicklung mit dem  Architekturbüro – Integrale Planung aus Marburg, die im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen stattfand. 

Durch die Verbindung von Kreativität, Kooperation und Achtsamkeit wollte das Team nicht nur seine Zusammenarbeit verbessern, sondern auch innovative Lösungen für die beruflichen Herausforderungen des kommenden Jahres entwickeln.

Anstelle der üblichen verbalen, kognitiven Herangehensweise in Gruppen, gelang durch die nonverbale Auseinandersetzung mit dem Material Ton eine intensive Reflexion zu folgenden Fragen:

  • Wo stehen wir aktuell als Team?
  • Was ist unsere Teamvision für das kommende Jahr und
  • Welche Ressourcen haben wir dafür im Team?

Zu Beginn der Teamentwicklung wurden diese Fragen in drei Kleingruppen bearbeitet (eine Frage pro Gruppe). Nach einer kurzen Einführung in das Material sollten sich die Gruppen zunächst verbal austauschen und dann in einer zweiten Phase nonverbal mit Ton zu den oben genannten Fragen arbeiten.

Besonders interessant war die Beobachtung der unterschiedlichen Herangehensweisen in den Gruppen und die Dynamik, die später auch im Prozess pro Gruppe gut reflektiert werden konnte und viel mit der Art und Weise der Zusammenarbeit im Alltag zu tun hat.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die haptische Erfahrung bei der Arbeit mit Ton. Diese fördert die Achtsamkeit gegenüber sich selbst und den anderen Teammitglieder:innen. Diese Achtsamkeit führt zu einem tieferen Verständnis füreinander und erhöht die Empathie im Team. Die Kunst des Zuhörens und des gegenseitigen Verstehens wird durch die nonverbale Zusammenarbeit auf eine andere Ebene gehoben und fördert die Teamresilienz.

Durch diesen, kreativen Gruppenprozess zeigte sich, dass das Team durchaus Blockaden in den Dialogen hatte, die dann angegangen wurden. Es entstand eine neue Lösungsorientierung im Team, die im Alltag dazu führt, flexibler auf neue Herausforderungen zu reagieren. Innovatives Denken wurde  gefördert und zeigte, wieviel Kreativität im Team vorhanden ist.

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Das Team von Integrale Planung erlebte den Tag als stärkend, da sie erfahren konnten, über wie viele Ressourcen und gute Beziehungen sie im Team verfügen. Die gebrannten Skulpturen, die seit letzter Woche einen besonderen Platz im Architekturbüro in Marburg haben, erinnern täglich daran.

Prozesse in denen die Teammitglieder:innen ihre Gedanken und Emotionen durch die Gestaltung von Tonobjekten ausdrücken können, erlebe ich als Trainerin oft tiefer als Prozesse auf rein verbaler Ebene.

Angela Kissel